Über Sendungen

Posted on Posted in Planung

Liebe Leute,

wie angekündigt skizzieren wir hier, wie wir uns den Sender inhaltlich vorstellen.

Derzeit planen wir, mit circa 2-4 Sendungen pro Woche zu starten. Diese Sendungen werden wöchentlich oder zwei-wöchentlich in unserem Berliner Studio produziert, von dort live (Audio und Video) im Internet übertragen und anschließend on-demand abrufbar sein.

Außerdem soll es Reportagen und künstlerische Formate geben, die von Autoren eigenständig produziert und von uns redaktionell begleitet werden.

Für ein erfolgreiches Crowdfunding ist es natürlich zentral, inhaltlich und personell überzeugende Konzepte für diese ersten Sendungen vorzulegen. Diese Sendungen müssen unseren Anspruch dokumentieren, Journalismus zu machen, der keine einfachen Antworten liefert. Das kann eine zehnminütige Kabarett-Nummer sein, eine 40-minütige Doku oder ein mehrstündiges Gespräch. Der Sender wird sich dadurch auszeichnen, dass wir für jedes Thema die angemessene Länge sowie das passende Format wählen und miteinander verbinden: Video, Audio, Text und Visualisierungen.

Wir hoffen, dass Ihr uns bei der Konzeption dieser Sendungen unterstützen könnt. Zunächst sind wir sehr an Eurem Feedback zu unseren Sendungsideen interessiert, die wir unten vorstellen. Vielleicht fallen Euch aber auch weitere Themen, Formate oder Leute ein.

Denkbar wäre, dass diejenigen, die uns beim Crowdfunding unterstützen, in Teilen mitbestimmen können, mit welchen Formaten wir starten.

Ihr habt uns in den vergangenen Tagen bereits einige Ideen geschickt, die wir sammeln. Wir sind bereits mit möglichen Autoren und Moderatoren in Gesprächen. Damit sind wir aber noch nicht soweit, dass wir hier schon Namen nennen können.

Im Folgenden geht es um eine Auswahl an Sendungskonzepten, die von uns stammen.

Bitte bedenkt: Dies sind Skizzen, die bis zum Start des Crowdfundings ergänzt, geschliffen und verbessert werden.

 

Polittalk

Das Gespräch als Form der gesellschaftlichen Auseinandersetzung ist in Verruf geraten. Dabei gibt es kaum etwas, das so packend, erhellend und anregend sein kann, wie eine Unterhaltung intelligenter Menschen, die sich auskennen, aber nicht alles besser wissen; die sich zuhören, aber sich nicht alles bieten lassen; die über Argumente nachdenken und gemeinsam nach Antworten suchen.

In unserem Politiktalk aus unserem Kreuzberger Studio analysieren ein Moderator und seine Gäste die 3-4 wichtigsten Themen der zurückliegenden Woche. Die Gäste stammen zum Start aus einem Pool von frischen Fachleuten – etwa aus den Bereichen Wirtschaft, Recht oder Technologie.

Was denkt ihr? Wer sollte zu dem Kreis der Fachleute gehören?

 

Reportagen und Serien

Einmal die Woche geht es raus in die Welt und an die Grenzen des Gehörten: Geschichten über Menschen, Orte und Dinge – in nahezu jeder denkbaren Form und Aufbereitung. Hier ist unser Raum für Experimente. Sei es als ungeschnittene Audioreportage, die uns Korrespondenten aus aller Welt kabeln. Oder seltsame/eigenwillige/eckige Interviews, die wir mit Fotos und kurzen Videos kombinieren. An dieser Stelle erscheinen auch unsere Serien –  dokumentarisch oder fiktional.

Was schwebt Euch vor, wie interaktiv sollen die Formate sein?

 

Late Night

Wir wollen eine lustige Sendung, die weh tut. Anarchisch und etwas bizarr. Es gibt Gäste, Musik und ein offenes Ende. Mit möglichen Kandidaten sind wir im Gespräch.

Wen würdet ihr gern regelmäßig sehen?

Welche Rubriken, Mätzchen und Spaß-Disziplinen fallen Euch ein?

 

Wissenschaft

Zwei Moderatoren präsentieren neue Erkenntnisse aus der Forschung und diskutieren über abwegige Wissenschaftsthemen – manchmal mit Gästen. Im Mittelpunkt steht die Analyse sozialer und gesellschaftlicher Bedingungen von Wissenschaft. Denn oft geht es nicht um Grundlagenforschung und Bildung, sondern in erster Linie um Verwertbarkeit. Schließen sich unternehmerischer Wettbewerb sowie freie Forschung und Lehre aus? Zudem verschreibt sich die Sendung den großen Fragen nach dem Ursprung des Lebens und den Auswirkungen des technischen Fortschritts.

Was erwartet Ihr von solch einer Sendung?

 

Familie

Die Familiensendung im Sender widmet sich ohne betulichen Tonfall Themen, die Kinder und Eltern beschäftigen: Medien, Sexualität, Schule, Ernährung usw. Wir sind derzeit noch nicht ganz davon überzeugt, ob es Sinn macht, eine Sendung für beide Gruppen zusammenzumachen.

Was meint ihr?

Weitere Themen, zu denen wir uns Sendungen vorstellen können (einige Ideen stammen von Euch):

Wirtschaft, Außenpolitik, Sport, Barrierefreiheit & Inklusion, Lokalpolitik,Drogen, Alltagsrassismus, Coden/Programmieren, Tech & Journalismus, Netzpolitik, Gaming.

Soweit erst einmal. Kommenden Montag gibt es eine “Sprechstunde”; da werden wir Fragen und Anmerkungen von Euch aufgreifen. Schreibt sie hier in die Kommentare oder bei Twitter und Facebook.

 

Mehr Infos zu unserem Vorhaben finden sich hier und einige häufige Fragen beantworten wir in diesem FAQ.

Folge uns bei  fb  yt  tw – per Mail sind wir unter team-at-dersender-org erreichbar.

In den kommenden Wochen halten wir euch hier auf dem laufenden was die neuesten Entwicklungen angeht, also vergesst nicht euch in den Newsletter ein zu tragen.

This MailChimp shortcode is now deprecated. Please insert the new shortcode to display this form.

[/white_box]

73 thoughts on “Über Sendungen

  1. Klingt hervorragend.
    Bleibt für mich eine Frage: Wenn ihr “Wissenschaft” schreibt, meint ihr dann – wie so viele andere – ausschließlich Naturwissenschaft? Die stellt ja tatsächlich nur einen kleineren Teil der Wissenschaft dar, und so würde ich mir wünschen, es würde bei diesem Thema auch um Geistes- und Sozialwissenschaft gehen. Alternativ würde ich darum bitten, den Begriff “Naturwissenschaft” zu verwenden.

      1. Wenn es um Wissenschaft (und dabei eben nicht nur Natur-, sondern auch sonstige Wissenschaften gehen soll), wäre eine Kooperation mit den http://scienceblogs.de/ doch evtl. eine Idee? Ich lese dort zwar v.a. Christian Reinboth, aber wer anständig über sein Wissenschaftsthema bloggen kann, tritt ja vielleicht auch gern mal auf?

        PS: Spannendes Konzept ;)

  2. Zum Thema Polittalk könnte ich mir Werner Rügemer und RA Udo Vetter vorstellen.

    In Reportagen und Serien sollten Menschen zu Wort, die trotz Armut (Langzeitarbeitslosigkeit, kleine Rente usw.) sich nicht unterkriegen lassen und allen Widrigkeiten zum Trotz ihr Leben noch gerne leben – was auch immer unter “Leben” zu verstehen ist.

    Late Night: Über doofe Themen vollkommen ernsthaft diskutieren. Lustige Sketche bringen, bei denen die Akteure ernsthaft bleiben müssen und dennoch das Publikum dazu bringen, Tränen zu lachen.

    Familie: Eltern und Kinder gehören zusammen wie Tag und Nacht. Beide bedingen einander.

  3. Ich freue mich, wenn in der Sprechstunde ein paar Worte zu der Erwägung, ISP zu werden, fallen. Auch wenn es vielleicht nicht ganz oben auf der Prioritätenliste steht, interessieren mich die Hintergründe zu dieser Idee. Besten Dank und toi toi toi!

        1. Musiksendungen und -quellen gibt es unserer Meinung nach genug, auch in guter Qualität; zumindest hast das Thema bei uns keine Priorität. Wir bieten ja kein Vollprogramm, das alle Themen abdeckt. Wenn jemand ein überzeugendes Sendungskonzept hat, können wir darüber reden.

    1. Ich habe schon ein paar Ideen dazu, aber wenn wir die Macher/Macherinnen aus Funding-Geld bezahlen wollen, müssen wir Prioritäten setzen, mit welchen Sendungen wir ins Crowdfunding gehen.

    2. im c3s-umfeld gibt es vielleicht leute, die interesse an inhaltlicher arbeit haben. für technische zusammenarbeit kann ich mir auch schnittmengen vorstellen.

      friday night creative come on – musik auf neuen wegen.

      .~.

      p.s.: alles erdenklich gute für euer lange erwartetes projekt!

      1. Das mit den vielen Musiksendungen sehe ich ähnlich. Was allerdings bisher nicht abgedeckt wird, wie funktioniert eigentlich das Musikbusiness. Also, eher ein Doku-/Talkformat mit Labelmachern, Konzertveranstaltern etc. und vor allem, dass man eine Idee bekommt, wo das alles hin geht. Klassisches Vertriebsmodell am Ende, was bedeutet Streaming usw.

  4. Beim Talk könnte ich mir Volker Pispers vorstellen. Er gilt zwar als Kabarettist, hat aber in meinen Augen sehr intelligente Ansichten und ernsthafte Ideen, wie Gesellschaft und Politik verändert werden könnten. Ihn würde ich gerne mal in einer Talkrunde sehen.

    Für die Late Night schlage ich Oliver Maria Schmitt (Titanic), Martin Sonneborn (MdEP), Robert Palfrader (Wir sind Kaiser, Echt fett) und Alfred Dorfer (Dorfers Donnerstalk) vor.

  5. Klingt überzeugend, Glückwunsch! Bei Wissenschaft, wenn es auch um Geisteswissenschaften geht, fände ich toll, mal zu analysieren, wie Epochen der Geschichte in den Medien erzählt werden. Und Umweltgeschichte, dazu gern was!

  6. Bei Barierefreiheit fällt mit natürlich gleich Raúl Krauthausen ein. Was Musik angeht macht ByteFM schon einen tollen Job und man könnte evtl. Kooperieren.

  7. für die Reportagen und Serien vielleicht ein Platz für die Sicht aus anderen Kulturen im weitesten Sinne. Andere Religion, anderen Nation, andere soziale Verhältnissse …. Gerne nicht als Reportage über, sondern als Reportage von und mit, so dass das Thema nicht gesetzt ist, sondern entwickelt wird und Schwerpunkte von Beteiligten eine Rolle spielen.

  8. In welchem Bereich das gut aufgehoben wäre weiß ich nicht. Aber ich fände es gut wenn wieder jemand die Ideen von Roger Willemsen aufgreifen würde um Menschen aus dem täglichen Leben in Interviews vorzustellen.

  9. Warum live? Der Aufwand ist doch wahrscheinlich größer, den Mehrwert bei den geplanten Formaten sehe ich jetzt nicht so sehr. In einer Live-Sendung hat man zwar mehr Möglichkeiten zur Interaktion, ist das aber wirklich nötig?

          1. aus der Gamgin ecke kommt es, aber mittlerweile gibt auch andere themen. der vorteil ist, dass schon viele leute dort angemeldet sind. und twitch gibts auch als app, da hättet ihr direkt die smartphone nutzer mit dabei.
            ein möglichst einfacher zugang zum streaming ist halt echt wichtig. also dass man sich nicht noch mal irgendwo extra anmelden muss etc.
            und mit twitch hättet ihr das rundfunkstaatsvertraggesetzproblem auch nicht? (rocketbeanstv hatte letztens 40.000 zuschauer)

            wer ist denn eure primäre zielgruppe in sachen alter?

            (bevor jemand fragt: nein ich arbeite nicht für twitch! )

          2. Habe mir das Twitch-Streaming gerade mal angesehen. Funktioniert gut und ist auf jeden Fall eine Option, vor allem aber für Unterhaltungsformate, denke ich, oder?

    1. Ich halte Live eher für einen Rückschritt. Das brauchte man mal, als es noch keine Speichermedien gab (so Anfang der 50er Jahre). Kommunikation kann auch über Kommentare und Diskussionen im Nachhinein stattfinden, da braucht man keine im studio vorgelesenen Emails oder schlecht zu verstehende Skype-Anrufer.
      Schafft ERSTMAL Inhalte, bevor ihr die Form diskutiert. Aktuell ist das nur viel Geschwurbel von der Eierlegenden Wollmilchsau.

    2. Das sehe ich anders. Der Aufwand für live ist heute überschaubar; gleichzeitig empfinde ich es als großen Gewinn, sich mit den Leuten schon während der Sendung auszutauschen. Oft ist die Live-Community auch inhaltlich eine große Hilfe.

  10. Aber wie wollt ihr z. B. vom DLF absetzen? Ihr sehe inhaltlich viele Berührungspunkte. Ich würde für so einen Sender nur Geld bezahlen, wenn er mir das bietet, was sonst kein anderer tut.

    1. Wir werden mit unserer Crowdfundingkampagne – die wir in einigen Monaten beginnen – hoffentlich plausibel machen können, warum wir eine Daseinsberechtigung für uns sehen.

          1. Und? Das Prinzip ist das Gleiche. Da haben sich ein paar Journalisten zusammengetan und wollte das Fernsehen ihrer Träume machen. Man sieht ja, was vom Idealismus übrig ist.

  11. Zum Thema Sport: Hier fände ich es spannend, wenn hin und wieder Formate, die sich den “unbekannteren” Sportarten in D (und/oder der Welt) widmen. Von Sportarten, von denen man sonst nur bei Olympia hört (zum Beispiel Hockey, Wasserball, Frisbee). Hier gibt es mit sportdeutschland.tv eine (auch eher unbekannte) Seite, auf der derartige Sportarten und ihre “Profi”-Teams sich präsentieren dürfen.
    Was dort aber fehlt, ist die redaktionelle Aufbereitung. So eine Art “Doppelpass”, wie ihn Sport1 für den Fußball betreibt.

    Ich fände eine Sendung spannend, die sich wöchentlich/monatlich wehcselnden Sportarten widmet und dazu Vertreter von Vereinen/Spieler/Funktionäre einlädt. Kurze Vorstellung zu Beginn, wie funktioniert der Sport (Regeln) und dann halt ähnlich wie im Doppelpass.

    1. Vielen Dank Johannes für deine guten Vorschläge! Auch uns fehlen manche Sportarten in der Medienlandschaft und wir finden es Schade, dass viele Sportler nur bei den Großveranstaltungen Beachtung finden.
      Zusätzlich denken wir, dass es auch im Breitensport spannende Geschichten gibt, die darauf warten erzählt zu werden.

  12. Liebe Leute,

    ihr wisst aber schon, dass es einen Rundfunkstaatsvertrag gibt? Dass ihr nicht einfach Live-Fernsehen machen dürft – auch nicht als Stream?

    1. Ja. Das gilt allerdings nicht, wenn wir gewährleisten, dass nicht mehr als 500 Personen gleichzeitig zuschauen. Und auf Dauer müssen wir mit der “Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK)” reden.

  13. Ich finde das Konzept viel zu breit gefächert. Selbst die Krautreporter, mit ihrer Ausstattung von einer Million Euro, zahlen ihren Autoren grade mal 500 Euro pro Beitrag, wohlgemerkt TEXT.
    Ich sehe nicht, wie ihr auf einem Niveau, das höher ist als das bei tvberlin oder ALEX, regelmäßig Programm machen wollt.
    Das Ganze scheint mir ein wenig sehr illusorisch, sorry. Die wirklich guten Programmacher und Autoren werden weiterhin beim echten Fernsehen bleiben, für einen Beitrag in der berliner Abendschau gibt’s immerhin schon mindestens 1500 brutto, für eine Reportage bei 37 Grad ein Budget von 65000 Euro.

    1. Ich halte es für einen Trugschluss, dass es einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen Budget und Qualität gibt. In dieser Logik müssten die ÖR mit ihren 8 Mrd. Euro im Jahr ein durchgehend überirdisches Programm hinlegen. Ich würde aber sagen, dass zumindest in Teilen genau das Gegenteil der Fall ist.

  14. Zum Polittalk: Ich fände es wesentlich interessanter, wenn ihr euch in eurem Format jeweils auf einen Gast konzentriert. Das macht klar, um wen es geht und führt nicht zu den langweiligen TV-Runden, die zwischen paritätischer Besetzung und Quotendruck nur Lärm produzieren. Außerdem ist es dadurch wesentlich einfacher, regelmäßig eine gute, gut vorbereitete Runde zustande zu bringen. ;)

      1. Bitte, das ganze hört sich für mich so an wie ein paar Spinner, die eine Schülerzeitung gründen wollen und dann merken, dass sich keiner dafür interessiert.
        Bei den Krautreportern sieht man doch, wozu die konstante Unterbezahlung der Autoren führt. Viele liefern unregelmäßig, einige gar nichts. Kontinuität – Null. Qualität – schwankend. Damit kann man vielleicht einen Youtube-Kanal betreiben, aber sich nichts, was auch nur annährend die Relevanzschwelle überschreitet.

          1. Ja, für “lustige” 3-5 Minuten Clips von schreischenden Teenagern mit 10000 Schnitten drin. Informationsgehalt = 0.

  15. Einfach mal ein paar spontane Namen und Ideen in den Cyberraum geworfen:
    – Polittalk: Holger Klein (@holgi), ein Nischenprogramm mit Prof Martin Haase (@martinhaase), Katrin Roenicke (@diekadda) – jetzt eher als Moderatoren als als Experten, abgesehen Prof Haase
    – Reportagen und Serien: Ich fände es super, wenn sich erstmal von den Machern herausgenommen würde, alles zu machen, was sie selbst spannend finden, gerne auch auf Anregung. Im Kontext “Serie” fände ich es dann aber spannend, nicht im Vorhinein eine Serie zu planen sondern aus den Reaktionen der ersten 1-2-3 Beiträge zu überlegen, welche Aspekte vertieft werden sollten, die vorher nicht im Fokus des Machers waren etc.
    – Late Night: Bitte orientiert euch hier nicht am Trend von Formaten wie der Late Line und co, davon gibt es bereits genug und diese gezwungene Ironie und Zuschauerverarsche braucht kein Mensch. Ich fände es beispielsweise schön, wenn das einst mal spannende Format des Hörertalks wieder dazu benutzt würde, relevante Debatten zu führen und Argumente abzuwägen, anstatt Schicksale und Absonderlichkeiten breitzutreten (Domian) oder sinnloses Gelaber zu verbreiten (LateLine). Da wäre dann aber auch eine Moderation mit eigener Haltung und Ecken&Kanten notwendig, nicht das was ich teilweise im Deutschlandfunk höre. Für spaßige Unterhaltung fände ich es spannend, mal wieder “konservativer” zu werden und beispielsweise leicht verständliche Gesellschaftsspiele wie Tabu mit interessanten Menschen zu spielen, anstatt sich großes Brimborium auszudenken.
    – Wissenschaft: Florian Freistätter, KonScience, aber bitte auch einen Fokus auf Geisteswissenschaften wie Psychologie, Soziologie, Politikwissenschaften und co
    – Familie: Es gibt eine große Community von ElternbloggerInnen, die man vielleicht ansprechen könnte. Spontan würden mir hier Caspar David Mierau (@leitmedium) und seine Frau einfallen, er experimentiert grad eh schon intensiv mit Youtube. Vielleicht gäbe es aber auch spannende Randgruppen, beispielsweise gibt es in NRW das SchLAu Projekt, das schwul-lesbische Aufklärungsarbeit an Schulen in NRW organisiert – hier gehen Jugendliche selbst in Schulen und klären über ihr Leben, ihre Erfahrungen und co auf. Ich bin sehr sicher, dass es ähnliches in Berlin gibt, vielleicht gäbe es hier einen spannenden Fundus an Jugendlichen, die über Lebenserfahrungen in und um Familien erzählen oder interessante Interviews aus ihrer Perspektive führen könnten.

  16. Für die Kategorie Sport empfehle ich wärmstens Sportradio360.de, das seit Jahren fast täglich großartigen Content produziert, aber im Hinblick auf die Finanzierung auch leider arg zu strampeln hat. Vielleicht lässt sich da in irgendeiner Form eine Kooperation herstellen.

  17. Mir würde ein ausführliches Interview-Format mit intelligenten, weisen Menschen à la dctp-TV gefallen. Der Schwerpunkt sollte dabei jedoch auf der Erklärung aktueller politischer und gesellschaftlicher Phänomene liegen. Eine Erweiterung auf eine Talk-Runde wäre auch denkbar.

    Weiter würde mich ein Format interessieren, das sich über die technische Entwicklung der Menschheit Gedanken macht und dabei auch Hintergrundwissen über die aktuelle Situation bietet; auch im Sinne von: Zahlen über globale Warenströme, Rohstoffströme. Welche Länder exportieren/importieren wieviel von was? Ich glaube, hier wären Visualisierungen gut einsetzbar.

    1. Das Interview-Format finde ich natürlich auch toll ;)

      Technische Entwicklung der Menschheit – wichtiges Thema, das wir aber gut in den diskutierten Formaten unterbringen können, denke ich.

  18. Für die Wissenschaftssendung empfehle ich als Gäste ScienceSlamer. Da gibt es unglaublich unterhaltsame Leute, die es schaffen, (ihre) Forschung anschaulich und lebendig rüber zu bringen. Ich denk da an Johannes Kretzschmar, Reinhard Remfort, Nuria Cerdá-Esteban etc. Die sollen jetzt nicht in der Sendung slamen, aber vom Typ her könnte ich mir die da wunderbar in einer Impulsgeber-Rolle vorstellen und etwas Wissenschaftsbegeisterung versprühen.

  19. Beim Blick auf das letzte Jahr fallen mir eigentlich zwei Formate ein, die ich noch nicht gesehen habe, beide mit Publikumsbeteiligung. Sie würden den Medienalltag sicherlich transparenter machen:

    1) Newsticker Live
    Nachrichten werden so weit es geht ungefiltert angezeigt, so wie sie rein kommen, (vorgelesen?) und kommentiert – vor allem aber auch gesagt, ob und warum sie vielleicht wichtig genug wäre um in einer Nachrichtensendung besprochen zu werden.

    Das erfordert insofern Mut, als dass man öfters mit Einschätzungen falsch liegen oder wichtige Nachrichten übersehen wird. Aber da würden die Zuschauer sicherlich mit reden wollen.

    2) Recherche

    Hätte das Potential zur langweiligsten Sendung aller Zeiten, aber heutzutage schaut man auch Menschen beim Computerspielen zu, also …

    Eine Story wird recherchiert und dabei das Was? Wie? Warum? erklärt. Als Live Sendung sicherlich herrlich zu sehen, wenn man sich in Details oder einer völlig falschen Richtung verrennt. Sie wäre allerdings von langen Strecken von stummen lesen, telefonieren etc. geprägt. Zusammengeschnitten wäre es mit Sicherheit interessanter, aber mehr Aufwand und möglicherweise auch nicht sehr überzeugend, weil man nie ganz weiß, was beim Schnitt rausgeflogen ist.

    Im Zentrum würde nicht das Ergebnis – fertige Sendung/Artikel – stehen, sondern der Weg dahin.

  20. Was mir wichtig wäre und was ich bei anderen Sendern / Medien / whatever vermisse, ist der Blick über den (geographischen) Tellerrand hinaus. Ich fände es bspw. cool, wenn es eine (wöchentliche?) Reihe gäbe “Was passiert in.. Südamerika / südliches Afrika / südostasien”, um dortige aktuelle Themen aufzugreifen, die es hier nicht in die Medien schaffen. Nicht-post-koloniale Denkweisen wären dabei hilfreich.

  21. Zum Polittalk: finde ich super spannend.

    Ladet bitte nicht zu viele Leute gleichzeitig ein, lasst den jeweiligen Gästen Raum für ihre Argumente.
    Das heißt auch: nicht zu gegensätzliche Meinungen einladen, weil sonst nur die bekannten Argumente kommen (können), statt dessen lieber ähnliche Meinungen in einer Sendung, aber tiefer in Themen einsteigen. Fokus auf Lernen statt auf reiner Meinung, gerade bei politischen Themen. Also genau das, was in TV-Talkshows systematisch unmöglich ist.

    Zum Thema Wissenschaft/Soziologie: ich kann Martina Löw (Berlin) zu allem, was mit Stadt zu tun hat, empfehlen (besonders zum Thema: Eigenlogik der Städte). Wolfgang Eßbach (Freiburg) ist ein super Redner, hat Spaß am Ausprobieren von neuen Formaten und kann viele Entwicklungen in Kontexte setzen. Seine Themen sind u.a. Religion und (Geschichte der) Linken.

    Viel Erfolg euch, ich bin sehr gespannt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *