Über Website und Technologie

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Wir wollen neue Formate ausprobieren, etwa interaktive Varianten von Audio- und Videowiedergabe; das Zusammenspiel von Audio, Video, Fotos und Visualisierungen verbessern; Karten und 3D-Grafiken einbinden und möglicherweise Virtual Reality-Experimente anstellen. Dazu im Folgenden mal ein paar Details.

Zwei-Stufen-Plan

Für unsere Webseite setzen wir auf einen Zwei-Stufen-Plan. Damit uns eine Eigenentwicklung nicht bei der Aufnahme des Sendebetriebs nach erfolgreichem Crowdfunding im Wege steht, setzen wir zuerst auf das OpenSource-CMS WordPress. Damit läuft auch die jetzige Website und es gibt viele Erweiterungen, die zwar recht konventionell, aber stabil die Einbindung von Audio, Video und Web-Apps ermöglichen.

Parallel werden wir aller Voraussicht nach auf Basis der Programmiersprache Python und dem Django-Framework eine eigene Open Source-Plattform entwickeln. Auch hier fangen wir nicht bei Null an und könnten etwa auf dem Django-CMS aufsetzen. Kooperationen mit anderen bestehenden Open Source-Projekten dürften sehr viel versprechend sein – so widmet sich beispielsweise das Podlove-Projekt der Weiterentwicklung netzbasierter „Sendetechnologie“; ebenfalls für uns interessant sind etwa discourse.org und Hyperaudio.

Mit der Genossenschaft haben wir eine geeignete Struktur, die die Entwicklung eines freien Softwareprodukts unterstützen kann. Denn mal ehrlich: Ein schlankes und alltagstaugliches Redaktionssystem für Inhalte jenseits von Text, das die Print-Logik hinter sich lässt, können viele gebrauchen.

Wichtig: Funktionalität

Zentral ist aber letztlich, dass das Frontend, also das, was die User zu sehen bekommen, im Wesentlichen mit Javascript betrieben wird (ja, wir wissen, einige finden das ungut). Uns schwebt eine “Single-Page-Application” für den Browser vor, die auf allen möglichen Geräten laufen wird. Die Website wird also einer App ähneln, die verschiedene Inhalte darstellen kann, ohne die gesamte Webpage neuzuladen, um etwa auf eine andere URL zu wechseln.

Zwei Features sind für uns wesentlich:

  1. Während ich eine Sendung sehe oder höre, will ich mich weiter auf der Website umschauen können; sprich es wird einen Player geben, der am Rande weiterläuft, während ich stöbere.
  2. Das führt zum zweiten Feature, das erstaunlicherweise selten, beziehungsweise meist nur nach umständlichem Login auf Nachrichtenwebsites möglich ist: Besucher unserer Seite können sich ohne Hürden Beiträge merken bzw. eine „Playlist“ zusammenstellen, die sich auch auf andere Geräte übertragen lässt und geteilt werden kann.

Mehrwert für Abonnenten und Genossen

Ein weiterer bedeutender Grund für eine selbst entwickelte Websoftware ist unser Freemium-Geschäftsmodell. Unsere Inhalte werden für jeden kostenfrei zu betrachten und ggf. zu verwenden sein (wir wollen versuchen, CC-by als prinzipielle Lizenz zu verwenden).

Doch der Sender wird durch Abonnenten finanziert. Wer mag, kann zusätzlich noch Genosse werden. Warum sollten uns Menschen aber in unserer kommenden Crowdfundingkampagne finanziell unterstützen, wenn eh alles kostenfrei zu haben ist? Welchen Mehrwert können wir aus technischer Sicht zukünftigen Crowdfundern auf unserer Seite bieten? (Über andere Anreize geht es in kommenden Beiträgen).

Drei Dinge:

  1. Follow & Stream:  Unsere Abonnenten werden Themen, Autoren, Sendungen und Diskussionen abonnieren können. Dadurch erhalten sie eine personalisierten Stream, der durch Nachrichten z.B. über Hintergründe und Mitbestimmungsmöglichkeiten ergänzt wird. Er dient aber auch dazu, Diskussionen zu folgen bzw. sich daran zu beteiligen. Die Genossenschaftsmitgliedern können auf diesem Wege zusätzlich noch Informationen über die Genossenschaft erhalten.
  2. Diskussion: Hier denken wir darüber nach, dass zwar jeder kommentieren kann; aber nur Abonennten/Genossenschaftsmitglieder werden Kommentare hoch oder runter-„voten” können. Hinsichtlich Kommentaren/Diskussionen wäre denkbar, dass ein Abonnent pro Tag bspw. 5 Punkte hat, die er  für oder gegen einen oder mehrere Kommentare „investieren“ kann (Prinzip „Ideenmarkt“). Jedenfalls liebäugeln wir also mit dem Reddit-Prinzip des hoch- und runter“votens“ von Kommentaren. (Ein Problem, dass es noch zu lösen gilt: Diskussionen werden auch bei Facebook oder YouTube stattfinden – wie kann man die zurückbündeln?)
  1. Mitbestimmung: Hier schweben uns zwei Methoden vor, die wir ggf. miteinander verknüpfen, weil sie auch für Mitbestimmungsverfahren hinsichtlich redaktioneller und genossenschaftlicher Fragen eingesetzt werden sollen: Zum einen das bereits erwähnte Verfahren der Ideenmärkte, bei dem ein bestimmtes Stimmbudget für oder gegen eine Idee eingesetzt werden kann. Weiter ist zu überlegen, ob wir Stimmdelegation erlauben wollen (Liquid Democracy), also dass ich meine Stimmgewalt jemanden übertragen (aber auch jederzeit wieder entziehen) kann. Vielleicht ist das aber auch alles zu kompliziert gedacht und wir fangen im Sinne von KISS (keep it short and simple) mit schlichten Funktionen an.

Zusammenfassung

Zusammengefasst bedeutet es also, dass wir neben dem Darstellungsmöglichkeiten vor allem auch den bezahlenden Abonnenten/Genossenschaftsmitglieder durch die Software etwas bieten wollen. Und deswegen eine aufwendigere Open Source-Entwicklung  anpeilen. Weil wir aber genug Erfahrung mit Softwareentwicklung haben, wissen wir, dass sie immer doppelt so lange dauert wie geplant. Deswegen rechnen wir mit einer einsatzfähigen ersten Beta-Version einer eigenen Der Sender-Software frühestens im Herbst dieses Jahres. Und setzen für den Anfang erst einmal auf WordPress.

6 thoughts on “Über Website und Technologie

  1. Der Entscheid, eine SPA für das Frontend zu entwickeln, macht durchaus Sinn. Wenn sich das Layout zusätzlich dynamisch der Breite des Geräts anpasst, hat man mit einer Applikation sämtliche Endgeräte abgedeckt und spart sich die Entwicklung OS spezifischer Apps.

    Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass JavaScript besser ist als sein Ruf. Und die Interpreter in den Browsern haben in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht.

    Zudem gibt es mittlerweile mächtige Frameworks wie Durandal, Angular, Knockout etc, die das Entwickeln komplexer Apps erleichtern.

    Übrigens: Bei YouTube kann man die Kommentar Funktion deaktivieren.

  2. erst WordPress, dann Django-SuperCMS klingt gut.

    Hättet ihr keine Lust, mit einer discourse Instanz schon jetzt zu starten. ( Mit docker als Multiple Container auch machbar , siehe Sendezentrum )
    Weil dieses Kommentargeschwubel unter Blogpost ist so – naja.

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