Über die Genossenschaft

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Das Fundament des Senders wird eine Genossenschaft sein. Heute gibt es dazu mal ein paar Erläuterungen.

Für uns ist Journalismus ein öffentliches Gut und die Genossenschaft erscheint uns als eine gute Form, um dieses Gut demokratisch und nachhaltig zu organisieren.

Die Genossenschaft ist eine sehr offene und partizipatorische Unternehmensform, deren Ziel – und das macht sie in unseren Augen so charmant für journalistische Projekte – nicht die finanzielle Gewinnmaximierung ist, sondern Gründung und Gedeihen einer guten Sache. Natürlich soll eine Genossenschaft Geld verdienen. Aber dieser Gewinn mehrt nicht den Wohlstand der Unternehmenseigentümer (Genossen), sondern sichert Fortbestand und Entwicklung des gemeinsamen Projekts.

Unsere Genossenschaft wird Dach sein für eine ganze Reihe von Aktivitäten, die helfen, eine nachhaltige Infrastruktur zu schaffen für unabhängigen Journalismus. Im Mittelpunkt stehen zunächst die Inhalte, also Der Sender. Ganz zentral für zukunftsweisenden Journalismus ist aber auch die Software, mit der Inhalte produziert und publiziert werden. Unsere Genossenschaft wird die Entwicklung dieser Open-Source-Software vorantreiben und koordinieren. Eine freie, lebendige und demokratische Wissensgesellschaft ist ohne freie, schnelle und zukunftssichere Glasfasernetze schwer vorstellbar. Deswegen könnte die Genossenschaft irgendwann lokale Glasfaser-Initiativen bei Aufbau und Vernetzung unabhängiger Datennetze beraten und koordinieren.

Die Genossenschaft ist die beste Form, um alle strukturiert und transparent einzubinden, denen dieses ambitionierte Projekt am Herzen liegt.

Wir fangen an mit dem Sender.

Für den Sender stellt die Genossenschaft ein verlässliches und demokratisches Fundament, das uns die Freiheit gibt, unsere Arbeit nicht an den Interessen von Werbekunden oder Investoren ausrichten zu müssen.

Neben dem Crowdfunding und Abonnements stellt die Genossenschaft eine dritte Säule der Finanzierung dar. Wenn wir die Genossenschaft nach erfolgreichem Crowdfunding gegründet haben, könnt Ihr zum einen Genossenschaftsanteile erwerben. Das bedeutet, Ihr werdet Teilhaber an dem Unternehmen. Mit diesen Einlagen kann die Genossenschaft den Sender aufbauen (Studio, Design etc.). Aber dieses Geschäftsguthaben sollte nach einiger Zeit durch laufende Einnahmen wieder aufgefüllt werden und unterscheidet sich darin also grundsätzlich von dem Geld, das über das Crowdfunding rein kommt. Damit die Genossenschaft den Sender auch langfristig mitfinanzieren kann, darf sie Genossenschaftsbeiträge erheben, die monatlich oder jährlich anfallen und voll in den Betrieb des Senders fließen – eine Art Genossen-Abo.

Wer Genossenschaftsanteile zeichnet, will in erster Linie, dass es den Sender gibt. Darüber hinaus haben Genossen und Genossinnen das Recht, in fundamentalen Fragen mit zu entscheiden. Zum Beispiel entscheidet die Generalversammlung aller Genossenschaftsmitglieder einmal im Jahr wie mit eventuellen Überschüssen verfahren wird. Genossen können zwar mehrere Anteile erwerben, haben aber immer nur eine Stimme. Sie gehen nur ein begrenztes Risiko ein, denn jedes Genossenschaftsmitglied haftet nur in der Höhe seiner Einlage, sprich: Nur die Einlage ist weg, falls die Genossenschaft pleite geht.

Die Mitglieder können an der jährlichen (auch virtuellen) Generalversammlung teilnehmen, über den Jahresabschluss abstimmen und etwa alle 3 Jahre aus ihrer Mitte einen Aufsichtsrat wählen. Der Aufsichtsrat bestellt einen Vorstand, der die operativen Geschäfte macht, also entscheidet, wofür konkret Geld ausgegeben wird. Wichtige Investitionsvorhaben des Senders können so aus Mitteln der Genossenschaft vorfinanziert werden. Um unabhängig zu bleiben, können Mitglieder nicht direkt Einfluss auf das journalistische Tagesgeschäft nehmen. Die inhaltliche Ausrichtung des Senders bestimmt die Redaktion.

Genossenschafts-Mitglieder haben die Möglichkeit, sich an bestimmten Entscheidungsprozessen des Senders zu beteiligen.

Wir haben bislang verschiedene Varianten diskutiert:

  • Redaktionell
    Mitglieder können anhand einer Auswahl an Sendungs-Konzepten mitentscheiden, welche als nächste realisiert werden.
    Sie können Vorschläge zu Themen und Personen einbringen.
    Mitglieder können auf der Website Beiträge und Kommentare bewerten und hoch/runter voten.
    Es sollen regelmäßige Salons und Redaktionstreffen für Feedback und Diskussionen stattfinden.
  • Organisatorisch
    Studiobesuche und besondere Konditionen für Studiomiete und Produktion eigener Formate
    Langfristig kann die Sender-Genossenschaft wesentlich den Aufbau der Strukturen für einen genossenschaftlichen ISP (Internet Service Provider) unterstützen und die verschiedenen Initiativen koordinieren.
  • Nutzung
    Ein personalisierter Stream ermöglicht eine bessere Nutzung der Inhalte (siehe Webtech-Post)

Zeitplan

Wir wollen nach einer erfolgreichen Crowdfundingkampagne direkt in die Gründung der Genossenschaft gehen. Die Gründung ist durch die obligatorische Einschaltung eines Genossenschafts-Prüfverbandes etwas formalisierter und zeitaufwendiger als bei einer Kapitalgesellschaft. Es muss ein Vorstand und ein Aufsichtsrat gewählt werden, eine Satzung verfasst und ein schriftlicher Geschäftsplan vorgelegt werden.

Was wir bisher kaum abschätzen können: Wie groß ist das Interesse an der Genossenschaft? Würdet Ihr Genossen/Genossinnen werden? Warum bzw. warum nicht? Was müsste die Genossenschaft bieten, um für Euch attraktiv zu sein?

Feedback dazu würde uns sehr weiter helfen. Danke.

22 thoughts on “Über die Genossenschaft

  1. Prinzipiell bin ich intresiert wie hoch soll den ein Genossenschaft sandte im sein bzw.was soll er kosten und wieviele Anteile darf ein Genosse erwrben Stimmrecht je Genossenschafts Anteil vererbbar

  2. Es klingt sehr strukturiert und gut überlegt. Man merkt auch, dass ihr Euch Beratung dazu geholt habt. Ich kann diese Überlegungen gut nachvollziehen und das Konzept der Genossenschaft ist für eine solche Idee sicher sehr gut.
    Ich finde aber, ihr seid schon einen Schritt zu weit. Ich verstehe zwar, dass ihr auf das Crowdfunding zulaufen wollt und danach muss es dann auch bald losgehen.
    Was aber fehlt: Die Vision. Sie ist noch nicht klar genug ausformuliert. Ihr solltet da mehr Zeit darauf verwenden, wollt ihr über Euer Ding in Berlin hinausgehen. Mein Vorschlag: geht über Land und macht Diskussionen mit Unterstützern und sucht Kooperationen. Nehmt Euch Zeit dafür. Ich lade Euch schon mal ein: kommt ins Ruhrgebiet.
    Dringend notwendig ist aus meiner Sicht, dass ihr aus der lokalen Sicht von Berlin herauskommt. Als ich vom Projekt zum ersten Mal hörte, dachte ich an ein bundesweites Projekt. Einen virtuellen Sender. Multimedial.

  3. Ich muss mich der Meinung von Ruhrnalist voll anschließen.
    Ich habe schon mal den Gründungsversuch einer Genossenschaft geleitet und es ist ganz klar dadran gescheiter das man nicht klar genug gesagt hat was man will. Als klar wurde das jeder von was anderem redet war es schon zu spät.

    Das gleiche sehe ich hier wen hier von ISP gesprochen wird. Das hat mit Journalismus gar nichts zu tun und ist einfach vollkommen fehl am Platz. Sicher braucht man sowas um seine Erzeugnisse zu verbreiten aber ein gewisses Grundverständnis der Leser ist genau so wichtig und hier wird doch auch keiner davon reden eine Schule zu gründen.

  4. Hier wird (wie üblich) viel zu viel über irgendwelche Formsachen diskutiert, und viel zu wenig über INHALTE. Ihr solltet erstmal eine Reihe von hochqualitativen Formaten produzieren und DANN gucken, welches Geschäftsmodell sich dafür am meisten anbietet.

    1. @ TK: Richtig – interessant ist, dass, wenn man sich den geleakten NYT Innovationreport anschaut, oder auch, wenn man aus der Branche ist, die Zahlen einiger anderen Online-Medien kennt, sich bei einer Menge, von Journalisten initiierter neuer Projekte, der Wunsch nach einem “neuen”, “besseren” “Ort” herauskristallisiert. Der klassische Ansatz, dass Leser an einen Ort kommen, brav durch die Inhalte scrollen und dann am besten in einer Leseliste ablegen, ist doch längst widerlegt.

      Erfolgreiche Formate, wie z.B. Serial oder auch Jung & Naiv, haben so gut funktioniert, da sie als Format so klar konzipiert sind – und wunderbar auf schon bestehenden Plattformen wie Soundcloud oder YouTube funktionieren (wo es Features wie Playlists, etc. längst gibt). Journalismus braucht keinen neuen “Ort” – sondern starke Formate und Storytelling mit klar definierten Leitplanken. Starke Inhalte finden ihre Leser, und brauchen keinen neuen Ort. Eine Community bildet sich um Inhalte, nicht um einen Ort, eine Redaktion, eine bestimmte Form der Organisation von Inhalten.

      1. @T So wird es auch bei uns sein. Unsere Sachen werden natürlich auf diesen Plattformen stattfinden. Wir wollen und müssen die Leute auch nicht auf unsere Seite zwingen, weil wir nicht von Werbung abhängig sein werden. Wir denken aber, dass wir auf unserer Seite Video, Audio, Text und Visualisierungen besser werden miteinander verbinden können, als das auf vielen Plattformen der Fall ist. Ausserdem sollten wir die Präsentation journalistischer Inhalte und die Debatte um sie herum nicht allein diesen Plattformen überlassen, sondern Ort schaffen, die unseren Regeln unterworfen sind.

        1. Warum muss man die Sachen überaupt miteinander verbinden? Weil es technisch möglich ist?
          Das ist doch Quatsch. Aktuell sehe ich keine einzige Idee hier, die irgendeinen Mehrwert dadurch erhält, dass wild Medienformen kombiniert werden.

      1. Wie wäre es denn mal mit Risiko? Kredit aufnehmen und drehen. Oder Rückstellungsverträgen.
        Warum sollen euch schon wieder andere Leute eure Spaßveranstaltungen finanzieren? Das ist nur Betteln ins Internet verlegt.

  5. 1) Was habt ihr gegen das Geld verdienen? Warum seid ihr so antikapitalistisch eingestellt? Liegt es an Berlin?

    Jede/r Unternehmer/in hat es selbst in der Macht dafür zu sorgen, dass man sich im Spiegel noch anschauen kann und sich dafür an einen moralisch-ethischen Wertekompass zu halten hat. Dafür braucht man keine Genossenschaft oder “gelebtes Armutsbekenntnis”.

    2) ihr redet von Dingen von denen ihr bisher keine Ahnung habt. Ihr habt weder Erfahrung mit OpenSourcen-Projektentwicklung noch mit Glasfasernetzausbau. Ihr seid Radio-Journalisten – und zwar gute. Warum konzentriert ihr euch nicht auf das was ihr könnt sondern macht euch angreifbar durch Dinge, von denen ihr nichts versteht?

    Konzentriert euch inhaltlich auf das Wesentliche, auf einen USP. Inhalte und Formate.

    1. @Roland

      zu 1) Wir haben nichts dagegen, Geld zu verdienen. Der Sender soll ja eine Struktur schaffen, damit wir Geld bekommen für die Sachen, die wir machen.

      zu 2) Wie wir damit umgehen, ist noch nicht geklärt. Wir alle halten die Idee einer Genossenschaft, die sich der Förderung wichtiger Säulen des Journalismus (Inhalte, Software, Netze) verschreibt, für sinnvoll und schlüssig. Uns ist völlig klar, dass das große Aufgaben sind, für die wir die richtigen Leute brauchen. Deswegen konzentrieren wir uns auf das, was wir können, nämlich die Inhalte, den Sender. Dennoch finde ich es lohnend, über diesen größeren Rahmen nachzudenken und ihn zumindest mal zu skizzieren. Wie wir konkret mit diesen langfristigen Ideen (Software, ISP) umgehen, haben wir noch nicht entschieden. Erstmal ruhen lassen und auf unseren Kern (Sender) konzentrieren? Oder sollen wir diese Vision immer mitdenken und mitkommunizieren? Um solche Fragen zu entscheiden, führen wir diese Debatte ja öffentlich und Dein Kommentar spricht einen zentralen Punkt deutlich und kritisch an.

      Mich würde mal interessieren, ob das andere genauso sehen oder ob es auch Leute gibt, die sagen: “Der Dreiklang aus Sender, Software und Netz ist eine große Idee, die mich inspiriert und unbedingt so komplett auch im Crowdfunding kommuniziert werden muss.”

      1. Ich sehe euch als StartUp und üblicherweise hat man als StartUp schon ausreichend Probleme ein Konzept erfolgreich am Markt zu platzieren. Letztlich spricht am Anfang alles gegen das Neue und man muss hart arbeiten und versuchen dort zu punkten, wo man am besten liefern kann und wo der Markt bisher unterversorgt ist. Das geht nicht auf einer möglichst großen bzw breiten Metaebene sondern nur über das Konkrete. Also eine Nische oder ein überschaubares Format, welches bisher so nicht existiert oder unterversorgt ist oder von anderen Teilnehmern in einer nicht mehr zeitgemäßen Art und Weise produziert wird. Also keine Welt- oder Technologierevolution.

        Ignoriert gerne die “Business”-Terminologie, wenn euch das zu “wirtschaftsorientiert” klingt, aber auch jede gemeinnützige Stiftung und jeder gemeinnützige Verein kann sich – mindestens zu Beginn – nur auf eine Sache konzentrieren.

        Diese eine Sache entscheidet über den weiteren Erfolg oder das Scheitern des Vorhabens.

        Es ist IMHO sehr verlockend einen “think big” Ansatz zu verfolgen und eine langfristige Vision zu haben – trotzdem muss man realistisch und diszipliniert genug sein, den Fokus zu behalten. Es gibt ausreichend Problemstellungen – aber man muss die Fässer einzeln und nach und nach bearbeiten und nicht möglichst alle aufmachen und dann vergammeln lassen.

        Ich empfehle euch deshalb einen “Lean Startup”-Ansatz um den “Market fit” zu finden – wurscht ob ihr Geld verdienen oder nur eure “Kosten decken” wollt.

        Schafft ihr diesen Meilenstein, dann habt Ihr folgende Vorteile:
        – Ihr habt als Team bewiesen, dass ihr gemeinsam liefern könnt
        – Ihr habt dadurch Erfahrungen und Kontakte gesammelt
        – Ihr habt Credibility für weitere Drittmittel/Crowdfundings zB für ein Genossenschafts-ISP bzw sehr große Projekte mit hohem Risiko anzugehen

        Wenn ihr jedoch schon jetzt vor der Gründung allen alles versprecht und euch hoffnungslos überfordert, dann werdet ihr eure Unterstützer in kürzester Zeit radikal enttäuschen und bei weiteren Funding-Runden vermutlich sehr schwer weiteres Geld bekommen. Daran wird m.E. auch Krautreporter noch ziemlich zu knabbern haben…

      2. Ich glaube zu diesem Zeitpunkt wäre klarere Kommunikation der Inhalte das wichtigste. Wenn schon keine konkreten Inhalte (was wohl auch zu früh wäre), dann zumindest der Regeln und Mechanismen nach denen Inhalte geschaffen und verbreitet werden sollen.

        Die Softwareseite deckt das wie der Verbreitung ab, ist meiner Meinung nach gut beschrieben und gut konzipiert. Es fehlt zwar noch die konkrete Umsetzung, aber das Konzept ist realistisch und zumindest in deutschen Sprachraum neu.

        Für die Inhalte sehe ich das noch nicht. Die Situation ist im Prinzip genau umgekehrt. Es gibt konkrete Vorschläge und Inhalte, aber die sind keineswegs neu. (Soll kein Vorwurf sein. In der Beschreibung hieß es ganz klar, dass es nur um offensichtliches gehen soll.)

        Wichtiger: Es gibt keine Beschreibung des generellen Konzepts dahinter und keine Möglichkeit *jetzt* zu beurteilen, was daran neu und besser sein soll. In Anbetracht dessen, was aus den Krautreportern geworden ist, wird das wohl von vielen Leuten kritisch betrachtet.

        Ohne ein relativ konkretes Konzept wird aus so einem Projekt sehr leicht eine Projektionsfläche für die jeweils eigenen Vorstellungen der Interessenten. Das geht dann mit der Gefahr einher, dass die jeweils projezierten Erwartungen vieler Leute enttäuscht werden. Nicht, weil das Ergebnis an sich schlecht wäre, sondern weil es Erwartungen enttäuscht hat.

        Um einmal meine Projektion aufzuzeigen:

        Die Medienkrise ist ja insbesondere eine Krise der zu schlechten Inhalte. (Also Inhalte die hinter den Erwartungen zurück bleiben.) Zu viele Beiträge sind geprägt von einseitigen und verengten Perspektiven und schlicht mangelnder Sachkenntnisse der Journalisten. Manches davon ist klar vermeidbar durch schlichte Überprüfung von Fakten, die aus Zeitmangel ausgelassen wird (manchmal wohl auch aus mangelndem Interesse).

        Manches ist auch nicht vermeidbar. Journalisten müssen sich immer wieder in neue Sachverhalten einarbeiten und manche Sachverhalten brauchen jahrelange Beschäftigung mit dem Thema um einigermaßen verstanden zu werden. Es ist unmöglich in wenigen Tagen, Wochen oder gar Monaten beurteilen zu können, ob ein Kernkraftwerk gängigen Sicherheitsnormen entspricht, worin die überhaupt bestehen, wie die Sicherheitsmaßnahmen funktionieren sollen, wie sie (z.B. in Fukushima Daiichi) versagt haben und was der aktuelle Wissensstand dazu ist.

        Das gleiche gilt für viele andere komplexe Sachverhalte in der Technik (Energiewende, Raumfahrt etc.pp.) und gerade auch in der Politik, wie man in der unglaublichen Verflachung der Ukrainekrise im Journalismus gesehen hat. Die Menschen, die sich mit solchen Sachverhalten so lang auseinandergesetzt haben und auskennen, sind nur sehr selten Journalisten. Ihnen fehlt oft journalistisches Handwerkszeug, was im allgemeinen Verhindert, dass sie sich direkt in den Jounalismus einbringen möchten.

        Stattdessen gibt es Experteninterviews und andere Formate, deren Inhalte von Journalisten geprägt werden, denen die Sachkenntnis fehlt. Journalisten hoffen, von Experten unterstützt zu werden, die Experten müssen dazu aber jeden Einfluss auf das Ergebnis aufgeben. Im Prinzip sollte es umgekehrt sein. Die Experten sollten größtmöglichen Einfluss auf den Inhalt haben (denn sie können selbst am besten beurteilen, welche Inhalte relevant, wichtig oder gar unverzichtbar sind) und bei dessen Aufarbeitung von professionellen Journalisten nur unterstützt werden.

        Der Sender wäre für solche Menschen ein Zugang um selbst Journalismus betreiben zu können, auch wenn ihnen selbst das Handwerkszeug fehlt. Da immer weniger Journalisten heute die Zeit haben, tatsächlich über Monate und Jahre einzelne Sachverhalte zu untersuchen, könnte man auf diese Weise eine deutlich höhere Qualität des Journalismus erreichen.

        Aber das ist nur meine Projektion, weshalb eine klarere Darstellung hilfreich wäre.

      3. Klingt mir nach viel zu viel. Der Journalismus-Teil allein wird schon ein Haufen Arbeit. Konzentriert euch auf’s Wesentliche. Erst mal. Ein Schritt nach dem anderen.

  6. Übrigens wäre eine Vorschau oder eine Edit Funktion für Kommentare hilfreich. Das andere Format macht Fehler plötzlich offensichtlich, für die man sich Ohrfeigen möchte.

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